Gold für St. Paulianer*innen!
Werewolves trio successful at Nation’s Cup
Am vergangenen Wochenende fand in Salou, in der Nähe von Barcelona, der dritte Quadball Nation’s Cup statt, bei dem auch drei Werewolves am Start waren. Während Nadja bei Team World Deutschland vertrat und den fünften Platz erreichte, sicherten sich unsere Coaches Anna und Julian die erste deutsche Medaille jemals beim Nation’s Cup.
Was ist der Nation’s Cup?
Für Nationalteams beim Quadball gibt die European Games und den World Cup. Neben diesen beiden jährlich abwechselnd stattfindenden Turnieren gibt es außerdem noch den Nation’s Cup, bei dem Entwicklungsnationalteams gegeneinander antreten und erste Turniererfahrung auf internationaler Ebene sammeln können.
Die Gruppenphase
Angenehmer Einstieg gegen Schottland
Der Samstag begann in der Gruppenphase mit einer Nation, der das Nationalteam in den letzten Jahren oft begegnet ist: Schottland. Wie auch das Nationalteam hatte Team Alemanya keine Schwierigkeiten mit Schottland, jedoch erzielte Schottland das erste Tor gegen Deutschland, seit die aktuellen Natio-Coaches Moni und Marco im Amt sind. Das Spiel endete als angenehmer Einstieg in das Turnier mit einem Spielstand von 1:20* für Team Alemanya (das * markiert das Team, welches die Flag gefangen hat).

Top-Spiel gegen Belgien
Im Anschluss ging es gegen Belgien, ein europäisches Powerhouse, dessen Nationalteam zuletzt die deutsche Auswahl im World Cup-Finale besiegte. Nachdem Team Alemanya nach einem starken Start zu Beginn der neunten Spielminute mit 5:1 klar führte, konnten die Belgier*innen im Anschluss den Rückstand verkürzen, sodass bei Minute 20 – wenn die Seeker*innen das Spielfeld betreten – lediglich 3 Punkte hinten lagen, womit ein Flag Catch zum Ausgleich führen würde.
Dazu kam es jedoch nicht: nach 40 Sekunden fängt Team Alemanya die Flag und gewinnt mit einem Endstand von 13*:7.
Abschluss des Tages mit Katalonien
Zum Ende des Tages begegnete Team Alemanya dem Gastgeber*innenteam, Katalonien. Nach einem ausgeglichenen Start konnte Team Alemanya sich hier schnell abheben und das Spiel mit einem Endstand von 20*:6 schnell und sicher zu Ende bringen.

Start der Knockout Stage: wieder Katalonien
Die Knockout Stage begann so, wie die Gruppenphase aufgehört hat: mit einem Spiel gegen Katalonien. Wieder konnte Team Alemanya sich solide behaupten und zog nach einer starken Defensivleistung mit einem Endergebnis von 14*:2 ins Halbfinale ein.
Das Halbfinale: England
Im Halbfinale traf Team Alemanya mit England auf ein weiteres europäisches Powerhouse. Nachdem das Spiel zu Beginn ausgeglichen war und besonders durch defensive Leistung geprägt wurde, wendete sich das Spiel in der 13. Spielminute bei einem Zwischenstand von 6:5 für Team Alemanya. Nach einer rote Karte für eine englische Beaterin traf England nicht mehr das Tor und nach einem deutschen Flag Catch endete das Spiel mit einem Endergebnis von 12*:5. Da Team Germany, das andere deutsche Team, in der Zwischenzeit ebenfalls das eigene Halbfinale gegen Belgien gewann, stand nun ein deutsch-deutsches Finale bevor.
Warum nennt sich das deutsche Team “Team Alemanya”?

Beim diesjährigen Nation’s Cup sind erstmals zwei deutsche Teams angetreten: Team Germany und Team Alemanya. Aber warum?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die nationalen Kaderstrukturen im deutschen Quadball betrachten und mit anderen Ländern vergleichen. Während es in anderen Quadballnationen üblich ist, dass das Nationalteam und das Entwicklungsnationalteam entweder gemeinsam trainieren, oder nicht mehr Personen im Trainingskader haben, als für die offiziellen Turnierkader zulässig, trainieren das Nationalteam und das Entwicklungsteam Deutschlands vollkommen unabhängig voneinander mit einem Trainingskader von jeweils 40-50 Personen. Das Nationalteam stellt für das jährlich anstehende Turnier einen 21-Personenkader aus seinem Trainingskader, zusätzlich schickt das Entwicklungsteam jedes Jahr 21 Personen aus seinem eigenen Trainingskader zum Nation’s Cup.
Somit blieben jedes Jahr etwa 20-30 Personen zurück, die bereits den Sprung ins Nationalteam geschafft haben, aber sich dort noch keinen Platz im Turnierkader sichern konnten. Für diese Personen wurde dieses Jahr kurzfristig ein Team beim Nation’s Cup zugelassen, das unter dem Namen “Team Alemanya” antritt, um die katalanischen Gastgeber*innen zu ehren und sich vom Entwicklungsteam, was als “Team Germany” antritt, abzuheben.
Foto: Shot’s On

Das Finale: Team Germany vs. Team Alemanya
Im Finale startet Team Germany stark und setzt besonders mit seinen Beater*innen Team Alemanya unter Druck. Am Ende der vierten Spielminute führt Team Germany mit 3:1. Nach einem Lineup-Wechsel bei den Chaser*innen von Team Alemanya bringt das neue Lineup die Defense in Gang und kann den Rückstand auf ein Tor verkürzen. Es folgt eine längere ausgeglichene Phase, in der Team Germany jedoch die Führung behält, bis kurz vor dem Ende der 14. Spielminute der Ausgleich für Team Alemanya fällt.
In Folge eines Timeouts schafft es Team Germany jedoch, ohne Gegentor einen Vorsprung von drei Toren aufzubauen. Dieser Vorsprung wird gehalten, bis Team Alemanya die Flag zu einem Zwischenstand von 11:11* und somit wieder zum Ausgleich fängt. Damit wurde die Overtime mit einem Setscore von 14 eingeläutet. Das Team, das als erstes 14 Tore erreicht, gewinnt den Nation’s Cup 2025!
Innerhalb von sieben Sekunden nach Wiederanpfiff des Spiels ist Marco, eigentlich Trainer des Nationalteams und von Team Alemanya, nur verletzungsbedingt eingesprungen, in der Lage, Team Alemanya erstmals in diesem Finale in Führung zu bringen! Nach defensiven Topleistungen gleicht Team Germany aus, kassiert im nächsten Angriff jedoch umgehend einen Gegentreffer. Team Alemanya ist somit nur noch einen Treffer von Gold entfernt. Nach erneut starken Defenses beider Teams findet der Ball den für Team Alemanya spielenden Yorik ungedeckt hinter den Hoops, der umgehend das letzte Tor erzielt, das Finale beendet und die Goldmedaille für Team Alemanya sichert!
Wie funktioniert der Flag Catch?
Zu Beginn der 19. Spielminute betritt die/der Flagrunner*in das Spielfeld. Die/Der Flagrunner*in ist eine neutrale Person die zum Schiedrichter*innenteam gehört und eine gelbe Hose trägt, an der hinten die Flag, eine Art Socke mit einem Tennisball drin, befestigt ist.
Ab der 20. Spielminute dürfen die Seeker*innen auf das Spielfeld, jeweils Eine*r pro Team. Sie versuchen, die Flag zu fangen.
Das fangende Team erhält zunächst drei Punkte. Liegt es danach vorne, ist das Spiel vorbei und das fangende Team hat gewonnen. Steht es danach unentschieden, oder liegt das fangende Team hinten, wird der Setscore festgelegt und die Overtime beginnt. Zum Errechnen des Setscores werden drei Punkte zur Punktzahl des führenden Teams addiert. Das Team, das als erstes den Setscore erreicht, gewinnt das Spiel.
Team World
Für Nadja und Team World startete der Nation’s Cup 2025 mit einem äußerst knappen Sieg in der Overtime gegen das Baskenland: 12:13* Endstand für Team World. Das darauffolgende Spiel gegen die Bretagne endete ebenso knapp in der Overtime, diesmal jedoch zu ungunsten von Team World mit 13*:11 für die Bretagne. Zum Abschluss der Gruppenphase folgte eine herbe Niederlage gegen England mit einem Endergebnis von 11*:1.
Im ersten Spiel der Knockout Stage, welches Team Germany und Team Alemanya auf Grund ihrer guten Ergebnisse in der Gruppenphase überspringen konnten, traf Team World auf Kanada und konnte sich mit 5*:12 absolut solide durchsetzen. Der Sonntag startete mit einem hart umkämpften Spiel gegen die späteren Finalist*innen von Team Germany, welches nur durch Flag Catch zu einem Endergebnis von 10*:7 für Team Germany entschieden wurde. Nach einer weiteren extrem knappen Niederlage gegen Frankreich mit selben Endergebnis (7:10* für Frankreich), traf Team World im Spiel um Platz 5 auf seinen ersten Turniergegner: das Baskenland. Während das erste Spiel noch extrem ausgeglichen war und die Bask*innen im Quafflegame sogar die Nase vorne hatten, war das Spiel um Platz 5 ein klarer Sieg für Team World (4:17*).
Foto: Shot’s On

Fazit
Nach einem sonnigen und erfolgreichen Wochenende begeben sich unsere St. Paulianer*innen mit ein paar neu ertauschten Trikots und Medaillen im Gepäck wieder zurück in den herbstlichen Norden. Vielen Dank an alle Gegenspieler*innen für die fairen und spannenden Spiele sowie an die Organisator*innen, die ein wunderbares Turnier auf die Beine gestellt haben!

